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Neue Zeiten. Neue Herausforderungen. Neue Wege. - ZB MED Jahresbericht

Jahresbericht 2025 | ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften

Neue Zeiten. Neue Herausforderungen. Neue Wege.

Verlässliche wissenschaftliche Infrastrukturen sind keine Selbstverständlichkeit – ihre Bedeutung wird oft erst sichtbar, wenn sie unter Druck geraten. ZB MED stellt sich diesen Herausforderungen und gestaltet aktiv Lösungen für eine sich wandelnde, digitale und KI-geprägte Forschungslandschaft. Mit klarer strategischer Ausrichtung, neuen Initiativen und starken Partnerschaften entwickeln wir unsere Angebote gezielt weiter. Lesen Sie selbst, welche Schritte ZB MED dazu im Jahr 2025 gegangen ist und wie wir Zukunft gestalten.

Jahresbericht


2025

Direktion läuft auf dem Weg vor dem Hauptgebäude von ZB MED. Von links: Franziska Fischer, Dietrich Rebholz-Schuhmann, Juliane Fluck
Die Direktion von ZB MED: Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann (Wissenschaftlicher Direktor), Prof. Dr. Juliane Fluck (Stellv. wiss. Direktorin, komm.), Franziska Fischer (Kaufmännische Geschäftsführung)

Editorial

Orientierung im Wandel

Liebe Leser:innen,

2025 war für ZB MED ein Jahr zwischen Fortschritt und Einschränkung, zwischen neuen Chancen und wachsenden Herausforderungen. Gerade in diesem Spannungsfeld sind eine klare strategische Ausrichtung und eine belastbare Vision für die Zukunft erforderlich. Daher haben wir uns auf diesen Weg begeben und die Strategie ZB MED 2030 aufgestellt. Sie reagiert auf die veränderten Bedingungen und formuliert zugleich eine klare Vision: Um Herausforderungen für eine gesündere Gesellschaft zu meistern, erhalten Nutzende in der lebenswissenschaftlichen Forschung und Praxis umfassend und weltweit Daten, Informationen und Wissen. ZB MED positioniert sich als verlässliche, innovative und sichtbare Infrastruktur in einer digitalen, daten- und KI-getriebenen Wissenschaftslandschaft. Unsere Strategie gibt Orientierung – intern wie extern.

Währenddessen haben sich die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit spürbar verändert. Knappe öffentliche Mittel und notwendige Kürzungen stellen uns vor schwierige Entscheidungen. Gleichzeitig befindet sich das wissenschaftliche Publikationssystem in einem tiefgreifenden Wandel: steigende Kosten, neue Geschäftsmodelle und Fragen nach Offenheit, Qualität und Nachhaltigkeit fordern die gesamte Community – und damit auch uns und insbesondere unser Publikationsportal PUBLISSO als zentrale Infrastruktur.

Mit OLSPub greift ZB MED eine zentrale infrastrukturelle Herausforderung auf: die Absicherung wissenschaftlicher Publikationsdaten in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld. Die Initiative verfolgt das Ziel, eine offene, europäische Alternative zu etablieren und damit langfristig Versorgungssicherheit für die Forschung zu gewährleisten. Sie steht exemplarisch für den Anspruch, Verantwortung dort zu übernehmen, wo kritische Lücken entstehen.

2025 war auch ein Jahr des Fortschritts. Mit dem gezielten Ausbau von LIVIVO haben wir wichtige Schritte unternommen, um unsere Angebote in eine zunehmend KI-geprägte Informationswelt zu überführen. Dabei verfolgen wir bewusst einen Ansatz, der technologische Innovation mit kuratierter Qualität verbindet.

Mit der Arbeit unseres SemTec-Teams rückt zudem ein zentrales Zukunftsthema in den Fokus: die Überwindung digitaler Silos in der Forschung. Durch semantische Verknüpfungen und strukturierte Metadaten werden Forschungsartefakte wie Software oder KI-Modelle auffindbar, nutzbar und in größere Zusammenhänge eingebettet. So entstehen vernetzte Informationsräume, die FAIR-Prinzipien stärken und eine transparente, zukunftsfähige Wissenschaft unterstützen.

Auch im Rahmen von NFDI4Health ziehen wir ein positives Zwischenfazit. Die Zusammenarbeit innerhalb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur zeigt, wie wirkungsvoll koordinierte, community-getriebene Ansätze sein können. ZB MED bringt hier seine Expertise ein und profitiert zugleich von einem starken Netzwerk.

Das vergangene Jahr hat deutlich gemacht: Die Herausforderungen sind real, aber ebenso die Gestaltungsmöglichkeiten. ZB MED wird diesen Weg weiterhin aktiv gehen – mit Augenmaß, Innovationskraft und dem klaren Anspruch, Wissenschaft bestmöglich zu unterstützen.

 

Januar

1. Januar | Neue Projekte im Januar

17. Januar | Gebloggt: Konsortialverhandlungen

Februar

1. Februar | Neues Projekt: RDMTraining4NFDI

Data Science & Services | Mehr als ein Suchfeld: Wie wir LIVIVO stabil und zukunftsfähig halten

März

Neu im Fernzugriff | Embase und CINAHL

19. März | Video: Von Drohnen bis Datenmanagement

Workshops | Vernetzung und Wissensvermittlung – Veranstaltungen bei ZB MED

April

4. April | Besonderes Highlight bei der Nacht der Bibliotheken

Interview | 11 Fragen an Albert Sawatzky

Mai

1. Mai | Neue Projekte im Mai

Bibliothek | Wer, wenn nicht wir?

22. Mai | Gebloggt: Deutschlands Plan für ein offenes und unabhängiges PubMed-Sicherheitsnetz

Juni

ZB MED LAB | Hilfreich, entspannt, prägnant

17. Juni | Gewinner in der Post-COVID Challenge

Juli

Wissensmanagement | Fünf Jahre NFDI4Health – ein Zwischenfazit

Cookie Lectures & mehr | Über den Tellerrand hinaus

25. Juli | News-Video: FAIRagro Search Hub ist online

August

BibLabs | Semantic bridges across research artefacts

26. August | ZB MED auf der CORDI

September

1. September | Neues Projekt: ConnOSS

1. September | Praxiserfahrung sammeln bei ZB MED

Forschungskolloquien | Forschung vorstellen und diskutieren

26. September | Dr. Katharina Markus gestaltet europäische Datenstrategien mit

30. September | LIVIVO integriert Preprints in die Recherche

Oktober

1. Oktober | Neues Projekt: Dissify

1. Oktober | 70 Jahre MAK Collection

Open Science | Herausforderungen und Entwicklungen im wissenschaftlichen Publizieren

November

6. November | Wikimedians in Bibliotheken

27. November | Gebloggt: Vom Praktikum in die Praxis

28. November | Tutorial: Terminology Services für die NFDI

Dezember

Interview | 11 Fragen und ein paar Zusatzfragen an Rabea Müller

Strategie | Mit Tiefgang und Tempo – ZB MED setzt strategische Leitplanken für die Zukunft

Highlights 2025

Eine neue Strategie in stürmischen Zeiten entwickeln? Wie geht das – schnell, effizient und nachhaltig? ZB MED ist neue Wege gegangen und hat eine erfrischend prägnante Strategie 2030 entwickelt.
ZB MED ist die größte Medizinbibliothek Europas. Wer, wenn nicht wir, ist dafür da, eine europäische Alternative zu dem wichtigsten biomedizinischen Recherchetool PubMed zu schaffen – gerne mit starken Partnerschaften aus Europa.
Data-driven research involves not only data but many other artefacts: software, AI models, training materials, workflows and so on. The SemTec team is looking for ways to prevent digital silos between research artefacts.
Im Juli 2025 wurde die zweite Förderphase für NFDI4Health bewilligt. Wie fällt das Zwischenfazit der ersten Förderphase aus?
LIVIVO: eine einfache Suche, basierend auf komplexer Infrastruktur für Datenqualität und Zugriff. Das System wird kontinuierlich weiterentwickelt, auch um den Anforderungen einer KI-geprägten Nutzung gerecht zu bleiben.
Wissenschaftliches Arbeiten und KI-Tools – wie passt das zusammen? Vor welchen weiteren Entwicklungen und Herausforderungen im Open-Access-Publizieren stehen wir?

Der Jahres­rückblick

Petra Labriga, Leiterin Konsortialstelle ZB MED

Gebloggt: Konsortialverhandlungen

Petra Labriga, Leiterin der Konsortialstelle von ZB MED, erläutert wie sie und ihr Team deutsche Forschungseinrichtungen mit der Verhandlung von Konsortien unterstützen und welche Potentiale darin liegen.

Neues Projekt: RDMTraining4NFDI

Training im Forschungsdatenmanagment für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland

TH Köln (NFDI4Memory), Universität Mannheim (BERD@NFDI), GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (KonsortSWD), IEG – Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (NFDI4Memory)
Ein effektives Forschungsdatenmanagement ist eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur und für den nachhaltigen Umgang mit Daten, Metadaten, Software und Machine-Learning-Modellen im Sinne von FAIR und Open Science. Das Projekt RDMTraining4NFDI etabliert dafür eine Basisdienstleistung zur Aus- und Weiterbildung, entwickelt modulare Lehrmaterialien, Schulungsformate und ein Zertifizierungskonzept. ZB MED bringt seine Expertise insbesondere in die Entwicklung und Bereitstellung von Schulungsinhalten ein und unterstützt den Aufbau nachhaltiger Trainings- und Kommunikationsstrukturen innerhalb der NFDI.
LIVIVO

Mehr als ein Suchfeld: Wie wir LIVIVO stabil und zukunftsfähig halten

Was LIVIVO tut, wirkt einfach: Suchbegriff eingeben, Ergebnis erscheint. Was dahintersteckt, ist unsichtbar – und genau so soll es sein, unabhängig von technischen Weiterentwicklungen oder inhaltlichen Anforderungen. Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz fordert unsere Arbeit in besonderem Maße. Ein kurzer Blick hinter die Kulissen zeigt, was unser letztes Jahr besonders geprägt hat.

LIVIVO ist das Suchportal für die Lebenswissenschaften von ZB MED. Mehr als 80 Millionen Einträge aus rund 40 Datenquellen sind an einem Ort durchsuchbar – kostenfrei und offen zugänglich. Doch ein Discovery Service ist mehr als das Suchfeld. Dahinter stecken Datenpipelines, Qualitätssicherung und Datenanreicherungen, gemeinsame Indexierung aller Quellen, Verlinkungen, User Management, die Verbindung zum Herzstück jeder Bibliothek – dem Bibliotheksmanagementsystem. Viele Quellen, eine Oberfläche – das erfordert intensive Arbeit im Hintergrund, die für die Nutzer:innen nicht ersichtlich ist.

Datenpflege: aktuell, vollständig, transparent

Verlässliche Suche beginnt mit verlässlichen Daten und damit, dass diese Daten fließen, wachsen und klar strukturiert sind. LIVIVO ist kein einzelner Server, sondern ein Zusammenspiel vieler spezialisierter Dienste. Fällt einer davon aus, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die Nutzbarkeit.

Aktuell: Monitoring ausgebaut

Wir haben 2025 das Monitoring unserer Datenpipelines gezielt verbessert, damit die Daten stets aktuell bleiben und die neuesten Inhalte aus allen Quellen Nutzenden ohne Verzögerung zur Verfügung stehen. 

Die wichtigste Datenquelle für LIVIVO ist PubMed, die weltgrößte Datenbank für biomedizinische Literatur, betrieben von der US-amerikanischen National Library of Medicine. Mit dem neuen ZB MED-Tool Pubservatory, gemeinsam entwickelt von den Programmbereichen Bibliothek, Data Science and Services sowie BibLabs, stellen wir ein Beobachtungsinstrument zur Analyse des Publikationsgeschehens in PubMed bereit. So lassen sich Entwicklungen frühzeitig erkennen. Stockt PubMed, kommen keine neuen Daten hinzu – der vorhandene Bestand ist jedoch bereits gesichert, wird aber nicht weiter aktualisiert.

Vollständig: direkter Zugang zum Fernzugriff

In einem gezielten Kraftakt haben wir im vergangenen Jahr in LIVIVO bereits enthaltene Daten angereichert mit Verknüpfungen zu lizenzierten Volltexten  mithilfe von Daten aus OpenAlex, einer offenen bibliografischen Infrastruktur. Wo ein Titel bisher in den Suchergebnissen ohne direkten Link erschien, führt er nun mit einem Klick zum Volltext. ZB MED verfolgt die Vision vom Fernzugriff für alle – weltweit für jeden mit einer wissenschaftlichen Frage. LIVIVO macht diese Vision greifbar: Wer sucht, sieht, was zugänglich ist und kommt direkt und ohne Umwege dorthin.

Transparent: Informationsqualität erkennen

Preprints – wissenschaftliche Artikel, die vor dem Peer-Review öffentlich zugänglich gemacht werden – sind in der Forschung zunehmend relevant. Ihre Verlässlichkeit unterscheidet sich jedoch von publizierten Artikeln. Nutzer:innen müssen diesen Unterschied erkennen können. LIVIVO macht bereits heute viele Preprints gezielt durchsuchbar, weist sie aber auch klar als solche aus. Die Erschließung zusätzlicher Preprint-Quellen ist als Teil unseres Projektes PIXLS bereits in Arbeit. Auch an der automatischen Informationsqualitätsbewertung forschen wir: Im Projekt AQUAS werden Möglichkeiten eruiert, die Qualität von Texten zu quantifizieren und potentiell Desinformation zu detektieren.

Infrastrukturarbeit ist unsichtbar – wenn sie funktioniert. Genau das ist unser Ziel für LIVIVO.

Sanaullah Ziyad, Mitarbeiter LIVIVO-Team

Neue Anforderungen: LIVIVO in einer KI-geprägten Welt

2025 hat sich das Lastprofil von LIVIVO fundamental verändert. Menschliche Nutzer:innen und gewöhnliche Suchmaschinen-Bots machen nur noch einen kleinen Teil der Zugriffe aus. Zunehmend treten KI-Agenten auf – automatisierte Systeme, die Webseiten systematisch und massenhaft abrufen, um Trainingsdaten zu sammeln oder Suchanfragen im Hintergrund zu erledigen. Der Unterschied zur bisherigen Nutzung ist gravierend: nicht einzelne gezielte Anfragen, sondern Tausende automatisierte Anfragen pro Sekunde. 

LIVIVO wurde für Menschen konzipiert, nicht für diese Anfragelast. Im letzten Jahr konnten wir durch die Abrufe von KI-Agenten und Crawlern deutlich erkennen, wo unsere Infrastruktur nachgerüstet werden musste – und wurde! Unsere IT-Abteilung hat die Last maßgeblich aufgefangen und die nötigen Maßnahmen umgesetzt, Abwehrmechanismen eingerichtet und Kapazitäten angepasst. KI-getriebene Nutzung wird, wie global bei Services und Inhalten dieser Art zu beobachten, weiter zunehmen. Wir haben das erkannt und richten unsere Infrastruktur entsprechend aus.

Während LIVIVO zunehmend von Bots, KI-Agenten und Crawlern aufgerufen wird, fragen Nutzer:innen zunehmend KI-Systeme statt klassische Suchportale, um an Information zu gelangen. Was für die Nutzenden zählt: Sie möchten von den neuen Technologien profitieren, ohne sich darum kümmern zu müssen. Die Erfahrungen mit KI-Agenten der letzten Jahre haben unseren Strategieprozess direkt geprägt. Technologien wie Conversational Search, Retrieval-Augmented Generation oder LLM-gestützte Recherche finden auch Einzug bei LIVIVO. Wir sehen und analysieren, wie Maschinen LIVIVO bereits heute massenhaft nutzen. Daraus leiten wir ab, dass die Frage nach der Rolle des Discovery Service in einer KI-Welt nicht warten kann.

Tür mit Poster: I Herz Data

LIVIVO positioniert sich nicht als Konkurrenz zu KI. Stattdessen werden wir die neuen Technologien gezielt nutzen, um die Suche für Nutzer:innen verlässlich, effizient und benutzungsfreundlich zu gestalten. Qualität, Kontrolle und die Kuratierung der Inhalte bleiben dabei vollständig in unserer Hand. Auch wenn die Suche nicht in das LIVIVO-Suchfeld eingegeben wird, sondern über den Chatbot eines KI-Systems, können die Nutzenden von den LIVIVO-Standards profitieren.

Relaunch: neues Gesicht, besserer Service

Ein kompletter Relaunch der LIVIVO-Website ist für das dritte Quartal des Jahres 2026 geplant. Das neue Portal ist gekennzeichnet durch neu zugeschnittene interne Webservices und weitreichende Verbesserungen: Das Zusammenspiel der Dienste im Hintergrund wurde grundlegend neu konzipiert. Wir haben 2025 bereits viele der technischen Arbeiten geleistet – Konzept, Grundlagen, schrittweise Umsetzung, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. Der Relaunch 2026 wird der sichtbare Abschluss einer Transformation, die bereits begonnen hat.

Wie ein Uhrwerk funktioniert LIVIVO nur, wenn jedes Zahnrad greift:

  • Interne Services, die laufen.
  • Daten, die stimmen.
  • Systeme, die sich weiterentwickeln.

Wir sorgen dafür, dass LIVIVO zuverlässig arbeitet, verbessern kontinuierlich die Qualität und denken gleichzeitig in die Zukunft – auch wenn vieles davon hinter der Oberfläche bleibt und für Nutzer:innen unsichtbar ist.

LIVIVO ist eine lebendige Infrastruktur und wir entwickeln sie ständig weiter.

Der Programmbereich
Data Science & Services

Der Programmbereich Data Science and Services bündelt zentrale Aktivitäten in den Bereichen Discovery (LIVIVO), Informationsforschung, Omics Data Analytics sowie Data Literacy. Er entwickelt datengetriebene Dienste und KI-gestützte Verfahren zur Verbesserung der Informationsversorgung und stärkt Kompetenzen im Umgang mit Forschungsdaten. In enger Zusammenarbeit mit Partnern, insbesondere im Rahmen der NFDI, entstehen zudem spezialisierte Services für die Lebenswissenschaften.

Projekte

Drittelmittelprojekte und Dienstleistung MAK Collection

01.12.2022 – 30.11.2025

AQUAS

Automatic Quality Assessment: NLP-Verfahren zur semantischen Kartierung von lebenswissenschaftlichen Texten

01.01.2023 – 30.06.2026

BioNT

BIO Network for Training

01.10.2023 – 30.09.2026

Digital Bioethics

01.06.2024 – 31.05.2025

KGI4NFDI

Knowledge-Graph-Infrastruktur für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland

01.07.2019 – 30.06.2027

MAK Collection

The MAK Collection for Occupational Health and Safety

01.02.2025 – 31.01.2026

Neues Projekt: RDMTraining4NFDI

Training im Forschungsdatenmanagment für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland

01.10.2021 – 30.09.2026

NFDI4Microbiota

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Mikrobiota-Forschung

01.01.2023 – 31.12.2025

PIXLS

Preprint Information eXtraction for Life Sciences

01.09.2020 – 28.02.2025

sRNARegNet

Vergleichende Analyse der regulatorischen Netzwerke kleiner RNA in Gammaproteobacteria
Fernzugriff

Embase und CINAHL

Der Fernzugriff von ZB MED: Ein Angebot, mit dem Kund:innen mit deutschem Wohnsitz – nach vorheriger Anmeldung – flexibel und kostenfrei auf E-Journals und E-Books zugreifen können. Und seit diesem Jahr auch auf zwei wichtige Datenbanken.
05.03.2025
Die biomedizinische Fachdatenbank Embase

ZB MED stellt die renommierte Datenbank kostenfrei für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung. Forschende in Deutschland erhalten damit einen zeitlich begrenzten, aber niederschwelligen Zugang zu präzise indexierter Fachliteratur aus Medizin, Pharmazie und evidenzbasierter Forschung.

20.05.2025
Die Pflege- und gesundheitswissenschaftliche Fachdatenbank CINAHL

Der kostenfreie Fernzugriff auf die internationale Datenbank ermöglicht den Zugang zu zentraler Fachliteratur aus Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Forschende und Studierende in Deutschland können die Datenbank zeitlich befristet für ihre wissenschaftliche Recherche nutzen und profitieren von einer differenzierten Erschließung, die sowohl aktuelle Forschung als auch praxisnahe Inhalte gezielt auffindbar macht.

Video: Von Drohnen bis Datenmanagement

Im NACHGEFRAGT-Video „Von Drohnen bis Datenmanagement“ geht es um FAIRAgro, das Konsortium in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für die Agrosystemforschung. Sophie Boße, Trainingskoordinatorin, und Lucia Vedder, Data Steward, geben Einblicke in ihre Arbeit und das Konsortium.
Workshops

Vernetzung und Wissensvermittlung – Veranstaltungen bei ZB MED

ZB MED veranstaltet jedes Jahr eine Vielzahl von Workshops, Trainigs, Kolloquien etc. – vieles online, einiges aber auch vor Ort. Im Blog berichten wir darüber.
20.03.2025
Digitalisierte Sammlungen neu erleben

Robert Schmidt hat den 7. Workshop Retrodigitalisierung mitorganisiert und berichtet über die zweitägige Veranstaltung.

23.05.2025
KI trifft Wissensgraph

Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann blickt zurück auf den 11. BIBI/ ZB MED-Workshop.

Nacht der Bibliotheken

Besonderes Highlight bei der Nacht der Bibliotheken

2025 fand die erste bundesweite Nacht der Bibliotheken statt. Unter dem Motto „Wissen. Teilen. Entdecken.“ öffneten über 1.600 Bibliotheken in ganz Deutschland ihre Türen. Bei ZB MED starteten wir darüberhinaus die neue Kooperation mit der Wissensplattform AMBOSS.
04.04.2025
ZB MED bis in die späten Abendstunden geöffnet

Die Besucher:innen erlebten ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Workshops, Beratungen, DIY und einem Blick hinter die Kulissen der Bibliothek. Und dann wurde gefeiert!

04.04.2025
Kooperation mit Amboss

Die Zusammenarbeit macht medizinische Fachliteratur genau dort zugänglich, wo sie gebraucht wird. Über eine direkte Verlinkung von AMBOSS zum Suchportal LIVIVO gelangen Studierende und Ärzt:innen mit nur einem Klick von praxisnahen Lerninhalten zu den wissenschaftlichen Originalquellen. Ein Großteil der referenzierten Bücher und Zeitschriftenartikel ist über den ZB MED-Fernzugriff verfügbar - und das sogar kostenfrei. Durch die Kooperation kommen evidenzbasierte Informationen und digitale Lernangebote enger zusammen. So wird Recherche einfacher, schneller und besser in den medizinischen Alltag integriert.

Um Ihr Leben weise zu leben, müssen Sie nicht viel wissen. Denken Sie nur an zwei Hauptregeln für den Anfang: Verhungern ist besser, als was auch immer zu essen, und es ist besser, allein zu sein, als mit wem auch immer zusammen zu sein. (Omar Chayyām, 1048-1131)

11 Fragen an Albert Sawatzky

Albert Sawatzky bei der Arbeit im Magazin von ZB MED
Bildrechte: ZB MED / Eric Lichtenscheidt
Um Ihr Leben weise zu leben, müssen Sie nicht viel wissen. Denken Sie nur an zwei Hauptregeln für den Anfang: Verhungern ist besser, als was auch immer zu essen, und es ist besser, allein zu sein, als mit wem auch immer zusammen zu sein. (Omar Chayyām, 1048-1131)

11 Fragen an Albert Sawatzky

Albert Sawatzky arbeitet im Bibliotheksbereich unter anderem an der Digitalisierung von Beständen.
1
Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mein Hobby war schon immer das Suchen nach Informationen. Deshalb habe ich oft in Enzyklopädien oder Wörterbüchern nach Antworten gesucht. Jetzt ist Google da. Das vereinfacht das Finden der Informationen enorm. Ich habe auch mal KI ausprobiert, aber für meine Recherchen war das kaum hilfreich. Aber das wird sicher noch kommen.

2
Welche Gabe würden Sie gern besitzen?

Gedankenlesen würde manche Situationen im Leben sehr vereinfachen! Gestik, Mimik und sprachliche Ausdrucksweise helfen uns meistens schon dabei. In den Sendungen Britain´s, America´s oder Spain´s Got Talent treten ab und zu Mentalisten mit dieser Gabe auf. Aber im Alltag kommt sie leider so gut wie nie vor.

3
Welches Gerät müsste man erfinden?

Teleportation existiert bis jetzt nur in Science-Fiction-Filmen. Vielleicht wird die Zeit kommen, wo Auto, Zug und Flugzeug überflüssig werden. Kein Entsetzen über die Spritpreise, kein Warten am Bahnsteig, kein Ärger beim Einchecken, kein CO2-Abdruck. Das wäre doch ein Traum!

4
Das Schönste in Ihrem Arbeitsalltag?

Das Katalogisieren von alten Dissertationen versetzt mich in das vergangene Jahrhundert. Jeder Doktorand und jede Doktorandin hatte ein eigenes Schicksal und ich habe die Gelegenheit, elektronische „Stolpersteine“ für diese Personen in LIVIVO oder zusätzlich in der Gemeinsamen Normdatei GND für die Nachwelt festzuhalten. Nach Lebensdaten zu suchen und herauszubekommen, was die Person in ihrem Leben erreicht hat – das ist doch spannend!

5
Forschung ist für mich ...

entdecken was die Natur vor den Menschen im Verborgenen hält, Schritt für Schritt. Es ist nur bedauerlich, dass die Forschung nicht nur für humane Ziele betrieben wird. Beispiele dafür finden sich insbesondere in der letzten Zeit immer wieder.

6
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Fehler aus Unerfahrenheit.

7
Ihr Traum von Glück?

Mit Menschen, die man liebt und schätzt, vorhandene Zeit zu verbringen.

8
Ihr liebste:r Protagonist:in im Roman und Film?

Sherlock Holmes

9
Ihr Lieblingsmaler:in?

Jan Vermeer van Delft (1632-1675)

10
Ihr Lieblingsbuch?

„Das Testament“ von John Grisham

11
Ihr Lieblingsheld:in in der Geschichte?

Oskar Schindler

OLSPub

Wer, wenn nicht wir?

 

Mit OLSPub entsteht in NRW ein zentraler Baustein für die europäische Infrastruktur wissenschaftlicher Publikationsdaten. Die US-Datenbank PubMed, betrieben von der National Library of Medicine (NLM), ist für die lebenswissenschaftliche Forschung weltweit mehr als eine Möglichkeit zur Literatursuche. Es ist eine Infrastruktur, auf die täglich Millionen Recherchen entfallen und die den Status eines unverzichtbaren öffentlichen Gutes hat. ZB MED ist die größte Medizinbibliothek Europas. Wer, wenn nicht wir, ist dafür da, eine europäische Alternative zu dem wichtigsten biomedizinischen Recherchetool PubMed zu schaffen – gerne mit starken Partnerschaften aus Europa.

Eine Infrastruktur, die plötzlich sichtbar wird

Was die Infrastrukturforschung seit Langem beschreibt, wurde 2025 erfahrbar: Infrastrukturen werden erst sichtbar, wenn sie zu versagen drohen. Die Zeichen verdichteten sich im Laufe des Jahres: Das Literature Selection Technical Review Committee (LSTRC), das seit 1987 die redaktionelle Qualität von PubMed sicherstellte, wurde aufgelöst. Ein Vorschlag des Weißen Hauses sah eine Kürzung  des Budgets der Trägerorganisation der NLM, der National Institutes of Health (NIH), von 47 auf 29 Milliarden Dollar vor. Vier hochrangige NIH-Leitungspersonen traten zurück. Im April 2025 wurden NIH-Datenbanken temporär für ausgewählte ausländische IP-Adressen gesperrt – ein Vorgang, der weltweit Alarm auslöste und zeigte, wie schnell geopolitische Erwägungen in den Zugang zu wissenschaftlicher Infrastruktur eingreifen können.

Besonders bemerkenswert war die Reaktion aus den USA selbst: Forschende und Bibliothekar:innen, die PubMed jahrzehntelang aufgebaut und gepflegt hatten, wandten sich an ZB MED – nicht als offizielle Delegation, sondern als Einzelpersonen, die erkannten, dass das System, dem sie ihr Berufsleben gewidmet hatten, gefährdet war. Sie baten Europa, nicht zu warten. Bitte macht weiter, war die Botschaft. Jemand muss es tun.

Bestehende Alternativen decken den Bedarf nicht. Europe PMC etwa erfasst relevante Teilbereiche, bildet aber aktuelle und neue Publikationen nicht ab, denn es fehlen die erforderlichen Vereinbarungen mit Verlagen für die laufende Einspielung von Metadaten. Die Lücke, die eine vollständige europäische Alternative schließen müsste, ist real und unbesetzt.

Warum sollte und muss ZB MED diese Aufgabe übernehmen? Es ist Teil der DNA von ZB MED und entspricht genuin dem Stiftungszweck: „Zweck der Stiftung ist die überregionale Informations- und Literaturversorgung in den Fachgebieten Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften sowie deren Grundlagenwissenschaften und Randgebieten zur Abdeckung des Bedarfs in Forschung, Lehre und Praxis.“ ZB MED erfüllt die „Aufgabe der zielgruppenspezifischen Beschaffung, Erschließung, Archivierung und Bereitstellung von in- und ausländischer Literatur sowie von sonstigen analogen und digitalen Informationsmedien.“

OLSPub: Die Initiative

Seit 2025 arbeitet ZB MED an der Open Life Science Publications Database – kurz OLSPub. Die Initiative zielt darauf ab, eine europäische Parallelinfrastruktur zu PubMed aufzubauen: ein offenes, souveränes Verzeichnis lebenswissenschaftlicher Publikationen, das nicht von politischen Entscheidungen eines einzelnen Staates abhängig ist. Ziel ist es, sowohl die bestehenden PubMed-Inhalte zu sichern als auch einen technischen und redaktionellen Rahmen für die kontinuierliche Einspielung neuer Publikationen zu schaffen. OLSPub ist derzeit keine fertige Infrastruktur, sondern eine Initiative auf der Suche nach einer tragfähigen Finanzierung und einem breiten europäischen Trägerkonsortium.

Die ökonomische Logik dahinter ist klar: PubMed erfüllt alle Merkmale eines öffentlichen Gutes – nicht-rival, faktisch nicht-ausschließbar, und ohne öffentliche Trägerschaft nicht nachhaltig bereitzustellen. Solange die USA diese Rolle zuverlässig übernahmen, bestand kein Handlungsdruck für Europa. Seit 2025 ist diese Verlässlichkeit nicht mehr selbstverständlich. Wenn zentrale wissenschaftliche Informationsressourcen als öffentliches Gut wegfallen und weder Marktakteure noch andere Einrichtungen entsprechende Angebote bereitstellen, entsteht eine Versorgungslücke für die Forschung. ZB MED hat diese Situation im Jahr 2025 analysiert und die Verantwortung dafür übernommen, diese Lücke zu schließen.

 

Hochmotiviert: Das OLSPub-Team: Dr. Miriam Albers, Prof. Dr. Konrad Förstner, Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann

Verantwortung ohne klare Zuständigkeit

OLSPub ist ein Projekt, das aus einer Lücke entstand, nicht aus einem Expansionswunsch, nicht aus dem Bestreben, über den eigenen Auftrag hinauszuwachsen, sondern aus der nüchternen Beobachtung, dass eine kritische Infrastruktur gefährdet ist und niemand sonst handelt. ZB MED verfügt als Informationszentrum Lebenswissenschaften über einen Versorgungsauftrag für Literatur in den Lebenswissenschaften für Deutschland und insbesondere für NRW. Dieser Auftrag beschreibt traditionell die Literaturversorgung für die lebenswissenschaftliche Forschungsgemeinschaft. Die Frage, ob er auch die Initiative zur Absicherung einer gefährdeten internationalen Infrastruktur einschließt, war nicht trivial zu beantworten.

Zwei Prinzipien leiten dabei das Handeln:

  1. Subsidiarität: ZB MED versteht OLSPub nicht als dauerhaftes Kernprojekt, sondern als Angebot in einer Lücke. Sobald eine geeignetere Einrichtung, etwa auf europäischer Ebene, die Initiative übernimmt, ist ZB MED bereit, die Verantwortung abzugeben. Das Ziel ist nicht institutionelle Profilierung, sondern Versorgungssicherheit.
  2. Transparenz: OLSPub wird zu jedem Zeitpunkt offen kommuniziert, arbeitet mit Open Source Tools, also öffentlich einsehbaren Quellcodes und Nachnutzbarkeit durch andere. Es ist kein Alleingang, sondern ein Angebot zur gemeinsamen Lösung eines strukturellen Problems. Der gemeinsame Weg ist sowohl offen als auch gewünscht.

Ein solcher Übergang wäre nicht nur strategisch wünschenswert – er wäre die konsequente Einlösung der Logik, die OLSPub von Anfang an geleitet hat: Verantwortung übernehmen, bis jemand anderes sie tragen kann und will. Bis dahin gilt: Wer, wenn nicht wir?

Seit dem Projektstart fanden mehrere Informationsveranstaltungen zu OLSPub statt, die als Videos auf dem ZB MED-YouTube-Kanal bereit stehen:

Der Programmbereich
Bibliothek

Der Programmbereich Bibliothek sichert die leistungsfähige Informationsversorgung für die Lebenswissenschaften. Dabei hat er zwei Blickrichtungen: zum einen Kauf, Lizenzierung und Bereitstellung von Informationen überwiegend digital, zum anderen die Nutzung dieser Inhalte. Das Team erschließt, kuratiert und stellt wissenschaftliche Literatur und Daten bedarfsgerecht bereit und entwickelt seine Services kontinuierlich im digitalen Kontext weiter.

Projekte

01.01.2025 – 31.10.2025

Neues Projekt: Basisklassifikation – Übersetzung

Übersetzungsprojekt der Basisklassifikation

01.10.2025 – 30.09.2027

Neues Projekt: Dissify

Zugänglichkeit, Digitalisierung und Analyse historischer europäischer Dissertationen

01.01.2025 – 31.12.2026

Neues Projekt: Entsäuerung von Beständen

Erhalten statt Verfallen
Foto einer Beschilderung "Rettungsstelle"
Bildrechte: Gaetan Bally

Gebloggt: Deutschlands Plan für ein offenes und unabhängiges PubMed-Sicherheitsnetz

Hilda Bastian, eine langjährige Mitarbeiterin an verschiedenen PubMed-Projekten, berichtet in einem Blogbeitrag unter dem Titel „Germany’s Plan for an Open and Independent PubMed Safety Net“ auf der Plattform „Absolutely Maybe – PLOS Blogs“ über unsere Pläne rund um OLSPub. Der Beitrag ist einer deutschen Übersetzung als Gastbeitrag im ZB MED-Blog erschienen.
ZB MED Lab

Hilfreich, entspannt, prägnant

Hilfreich, entspannt, prägnant – unter diesem Motto präsentieren Rabea Müller und Elke Roesner in der Videoreihe ZB MED LAB alles rund ums Programmieren, Daten analysieren und visualisieren, Open Science und mehr. 2025 sind die beiden letzten Videos mit den beiden Hosts entstanden.
27.05.2025
Knowledge Graph

Knowledge Graphs haben unser Verständnis von Daten revolutioniert. Wie es funktioniert und warum das in Wissenschaft, Alltag und Technologie so wichtig ist, erfahren Sie im Video.

10.06.2025
Data Literacy

Was steckt hinter dem Begriff Data Literacy und wie gelingt es, selbst Datenkompetenz aufzubauen – auch ohne Data Scientist zu sein? Antworten gibt das Video.

Bildrechte: ZB MED / Eric Lichtenscheidt

Gewinner in der Post-COVID Challenge

Der Datennexus ist Gewinner in der Post-COVID Challenge. Das dezentrale Datenökosystem ermöglicht es, Daten aus verschiedenen Quellen sicher miteinander zu verknüpfen und auszuwerten – ohne dass die Daten zentral zusammengeführt werden müssen. Grundlage für die Auffindbarkeit der Daten ist das im Konsortium NFDI4Health entstandene Metadatenschema, an dessen Entwicklung auch ZB MED mitgewirkt hat.
NFDI4Health

Fünf Jahre NFDI4Health – ein Zwischenfazit

Laptop mit Homepage NFDI4Health

Der Zugang zu hochwertigen, qualitätsgeprüften und FAIRen (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) Gesundheitsstudiendaten ist eine zentrale Voraussetzung für die Weiterentwicklung der epidemiologischen, Public-Health- und klinischen Forschung. Vor diesem Hintergrund wurde NFDI4Health 2020 als Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) gegründet. Als eines der neun Konsortien der ersten Förderphase und unter Leitung von ZB MED verfolgt NFDI4Health das Ziel, die FAIRness personalisierter Gesundheitsdaten für die wissenschaftliche Gemeinschaft systematisch zu verbessern. Mit der Zusage für die Finanzierung der zweiten Förderphase kann diese erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden.

Während der ersten fünfjährigen Förderphase entwickelte und implementierte NFDI4Health zentrale Infrastrukturkomponenten und Services für Gesundheitsstudiendaten mit Schwerpunkt auf Interoperabilität, sicherem Datenaustausch und Unterstützung von Forschenden. Das Programm folgt einem nutzerzentrierten Ansatz, der sich an realen Anwendungsszenarien orientiert und mit nationalen wie internationalen FAIR-Standards und Infrastrukturen abgestimmt ist.

In diesem Zeitraum zeigte NFDI4Health, dass eine föderierte, FAIR-konforme Infrastruktur für sensible Gesundheitsstudiendaten auf nationaler Ebene etabliert und betrieben werden kann. In allen FAIR-Dimensionen wurden substanzielle Forstschritte erzielt, besonders bei der Auffindbarkeit von Informationen zu sensiblen Gesundheitsdaten durch den von ZB MED entwickelten und betriebenen Health Study Hub.

Der Health Study Hub als zentrale Plattform

Der Health Study Hub ermöglicht die Veröffentlichung und Recherche standardisierter Studienmetadaten sowie begleitender Dokumentation. Die sensiblen Primärdaten bleiben dabei unter Kontrolle der Datenhaltenden Organisationen (DHOs), die über etablierte Governance-Strukturen wie Ethikkommissionen und Datenzugangskomitees verfügen und rechtliche sowie ethische Vorgaben sichern. Zunächst für COVID-Studien im Rahmen des DFG Projekts NFDI4Health-Taskforce COVID-19 entwickelt, hat sich die Plattform zu einer nachhaltigen, Community-getriebenen Infrastruktur weiterentwickelt. Derzeit sind dort mehr als 46.000 klinische, Public-Health- und epidemiologische Forschungsstudien mit Bezug zu Deutschland indexiert. Die zentrale, strukturierte Bereitstellung standardisierter Metadaten erhöht die Transparenz, erleichtert Suche und Zugang und fördert die Sekundärnutzung.

Entwicklung von Tools für Datenaustausch, Interoperabilität und Analyse

Zur Anbindung dezentraler Infrastrukturen entwickelten NFDI4Health-Partner die Software Local Data Hub, mit der DHOs lokale Systeme anbinden und Metadaten harmonisiert in den Health Study Hub übertragen können. Die Zugänglichkeit wurde zudem durch die Weiterentwicklung des Deutschen Forschungsdatenportals für Gesundheit gestärkt. Das Portal stellt zentrale Zugangspfade zu personenbezogenen Studiendaten bereit. Ergänzend wurden Werkzeuge zur Anonymisierung und zur Generierung synthetischer Daten entwickelt. Zur Verbesserung der Nachnutzbarkeit und analytischen Robustheit wurden Verfahren zur Datenqualitätsbewertung weiterentwickelt und zwei Frameworks für föderierte Analysen sensibler Gesundheitsdaten pilotiert. Ziel ist es, Datenschutz und analytische Nutzbarkeit, insbesondere bei Kombination verschiedener Datensätze, in Einklang zu bringen.

Übersicht über bereits entwickelte Services und Infrastrukturen von NFDI4Health. Ziel dieser ist es, Daten aus der Gesundheitsforschung auffindbar und zugänglich zu machen, während Datenschutz und ethische Standards gewahrt bleiben.

Ein zentrales Handlungsfeld der gesamten Förderphase war der Aspekt der Interoperabilität. In dem Zusammenhang entwickelte und implementierte NFDI4Health ein interoperables Metadatenschema (MDS) zur Veröffentlichung von Studiendaten im Health Study Hub. ZB MED war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Das Schema standardisiert Studienmetadaten und stärkt ihre semantische Interoperabilität, wobei neben klinischen Studien auch Anforderungen von epidemiologischen und Public-Health-Studien berücksichtigt werden. Ergänzend wurden von ZB MED Services zur Unterstützung der Erstellung von Metadaten entwickelt: eine Annotation Workbench sowie ein KI-basiertes Klassifikationssystem. Diese helfen Forschenden, interoperable Metadaten zu generieren. Hier kommt auch der Terminologieservice SemLookP zum Einsatz, der relevante Begriffe aus Terminologien bereitgestellt.

Zusammenarbeit und Vernetzung

Ein weiteres zentrales Element der Konsortialarbeit war die enge Einbindung der Fachcommunitys. ZB MED beteiligte sich an zahlreichen Schulungsformaten und entwickelte Leitlinien für die Datenpublikation und die Erstellung von Datenmanagementplänen. Beratungsangebote und kollaborative Entwicklungsformate stellen sicher, dass die Infrastrukturkomponenten praxisnah und bedarfsgerecht bleiben. Somit stärkt NFDI4Health die Kompetenzen der Community, fördert die Standardisierung über Konsortien hinweg und gewährleistet eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Infrastruktur.

Von Beginn an arbeitete NFDI4Health eng mit zentralen deutschen Gesundheitsdateninfrastrukturen zusammen, darunter das Health Data Lab (HDL) am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die Krebsregister der Bundesländer und deren nationale Aggregation im Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) sowie die im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MII) und des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) entwickelten Forschungsdateninfrastrukturen. Ziel ist der Aufbau einer vernetzten und aufeinander aufbauenden Infrastruktur. NFDI4Health kooperiert beispielsweise eng mit MII und NUM, um Daten aus prospektiven klinischen und klinisch-epidemiologischen Studien standardisiert und FAIR nachnutzbar zu machen.

Ausblick: NFDI4Health in der zweiten Förderphase und im europäischen Kontext

Mit Blick auf die Zukunft ist die Integration in den European Health Data Space (EHDS) strategisch zentral. Nach der Einrichtung eines nationalen Data Access and Coordination Office (DACO) beim BfArM im Rahmen des EHDS wird NFDI4Health seine Dienste an die europäischen Anforderungen anpassen und die Interessen von DHOs, Studienteilnehmenden und Forschenden vertreten. Dabei ist Datennachnutzung nicht ausschließlich eine technische Frage, sondern erfordert nachhaltige Community-Einbindung, Schulung und Governance-Abstimmung.

Als Teil der Nationalen Forschungdateninfrastruktur ist NFDI4Health zudem in eine disziplinübergreifende Infrastruktur eingebunden, die gemeinsame Standards und Dienste zur Generierung, Bereitstellung und Datennutzung bereitstellt. Im Zuge der Integration der NFDI als nationaler Knoten in die European Open Science Cloud (EOSC) positioniert sich NFDI4Health durch die parallele Ausrichtung an EOSC und EHDS als aktiver Beitragender zu einer kohärenten und interoperablen europäischen Forschungsdatenlandschaft im Gesundheitsbereich.

Freut sich über die Förderzusage für die zweite Phase: das Team von NFDI4Health. © Teresa Alberts

Die Erfahrungen der ersten Förderphase zeigen, dass eine föderierte, FAIR-konforme Infrastruktur für sensible Gesundheitsforschungsdaten auf nationaler Ebene realisierbar ist. In der zweiten Förderphase wird ZB MED als stellvertretende Leitung von NFDI4Health die Integration in die NFDI und die nationalen Gesundheitsdateninfrastrukturen weiter vorantreiben, den Health Study Hub weiterentwickeln und national etablieren sowie die Communityarbeit durch einen Helpdesk und die Koordination von Data Stewards stärken. So kann eine routinemäßige, wirkungsvolle Datennachnutzung über Disziplin- und Ländergrenzen hinweg etabliert werden.

Der Programmbereich
Wissensmanagement

Der Programmbereich Wissensmanagement arbeitet an der Schnittstelle zwischen Forschung und Forschungsdatenmanagement. Dazu entwickelt er nachhaltige Datenportale und semantische Dienste für die Lebenswissenschaften. Im Fokus stehen der Ausbau zentraler Infrastrukturen wie Health Study Hub, FAIRagro Search Hub und TS4NFDI sowie deren Integration in die NFDI. Ergänzend werden Methoden wie Text Mining eingesetzt, um Daten besser zu erschließen und zugänglich zu machen, und der Aufbau neuer Dienste konzeptionell begleitet.

Projekte

01.03.2023 – 28.02.2028

Base4NFDI

Basic Services for NFDI

01.04.2023 – 31.03.2028

FAIRagro

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für die Agrosystemforschung

01.01.2024 – 31.12.2027

GeMTeX

German Medical Text Corpus

01.10.2020 – 31.12.2028

NFDI4Health

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für personenbezogene Gesundheitsdaten

01.07.2024 – 30.06.2025

NUM Studiennetzwerk (Unterauftrag)

Netzwerk Universitätsmedizin: Studiennetzwerk

01.11.2023 – 31.01.2027

TS4NFDI

Terminologie-Dienste für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland
Nachhaltigkeit

Über den Tellerrand hinaus

Wissenschaft, Gesundheit und gesellschaftliche Entwicklungen sind eng miteinander verbunden. Dazu gehören Themen, die ZB MED mittelbar oder auch unmittelbar betreffen. In verschiedenen Online-Veranstaltungen, wie beispielsweise der ZB MED Cookie Lecture, ging es um solche Themen – von aktuellen Herausforderungen für die internationale The Carpentries-Community bis hin zur Frage nach nachhaltiger Ernährung als Schlüssel für Gesundheit und Klimaschutz. Einige stehen als Video zur Verfügung.
24.07.2025
The Carpentries: Spendenaktion | Info-Session

Im Juni 2025 musste die Non-Profit-Organisation The Carpentries einen NSF-Förderantrag zurückziehen, obwohl das Projekt "Pathways to Enable Open-Source Ecosystems (POSE)" zur Förderung empfohlen wurde. Der Grund: Eine neue Richtlinie der NSF (US National Science Foundation), die es geförderten Organisationen untersagt, Programme durchzuführen die DEI (Diversity, Equity and Inclusion) fördern. In der Online-Infoveranstaltung wurden die Hintergründe zu dem Rückzug des NFS-POSE-Antrags beleuchtet und Fragestellungen zur Zukunft der Community besprochen.

02.10.2025
Essen fürs Klima - mit der Planetary Health Diet die Zukunft gestalten

Unsere Ernährung ist Ursache einer doppelten Krise. Einerseits einer Gesundheitskrise und andererseits bedingt die Ernährungsform, die wir aktuell haben, auch die Klimakrise und viele Umweltzerstörungen. Die Planetary Health Diet will dem entgegenwirken. Doch wie genau können wir mit unserer Ernährung nicht nur die eigene Gesundheit stärken, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Das Konzept und die Hintergründe der Planetary Health Diet stellt Dr. med. Jana Leberl in diesem Vortrag vor.

News-Video: FAIRagro Search Hub ist online

Der FAIRagro Search Hub ist online. Im Video-Interview erläutert Julian Schneider aus dem FAIRagro-Team von ZB MED was die neue Plattform kann. Der Hub bietet einen zentralen Sucheinstieg zu Forschungsdaten der Agrarsystemforschung und erleichtert so den Zugang. Im ersten Schritt bündelt die Plattform Datensätze aus verschiedenen Bereichen – etwa Pflanzen, Boden oder Umwelt – und bringt sie in eine gemeinsame, durchsuchbare Struktur. Ziel ist es, die FAIR-Prinzipien in der Agrarforschung konsequent umzusetzen.
semantics

Semantic bridges across research artefacts

How the SemTec team tackels digital silos

Nowadays, data-driven research involves not only data but many other artefacts: software, AI models, training materials, workflows and so on. Whenever these assets are not shared at all or shared with limited metadata, they become digital silos, disconnected and difficult to find.

The Semantic Technologies (SemTec) team at ZB MED tackles this lost-artefacts problem by transforming raw information into a structured, interconnected web of knowledge. In this way, the SemTec team aims at creating metadata bridges along all sorts of research artefacts. The more the better, as far as they are FAIRly linked.

At the core of these bridges lies semantic metadata that provides essential context for any research artefact. The SemTec team uses semantic web standards, e.g. Knowledge Graphs and Resource Description Framework (RDF), to ensure that every artefact is described in a way that any artifact becomes machine-readable, i.e. can be read and processed by machines in a meaningful and FAIR-compliant manner and linked to each other.

The work of the SemTec team drives the implementation of the FAIR principles – findable, accessible, interoperable, reusable. At the same time, it provides a robust semantic and factual infrastructure that can be used for the explainability, reproducibility and transparency of AI. 

Research software metadata

Research software is widely used in various disciplines and is often a research object itself. This makes it all the more important to ensure that research software fulfills the FAIR criteria as well. Therefore it must be described with metadata. The CodeMeta Project, an international community initiative, provides the research software community with a basis for describing software-related artefacts.  However there are still some limitations to these schemes, such as missing elements or a guidance on how to use CodeMeta, as the NFDI Research Software Metadata Working Group has identified. 

The SemTec team contributes to this effort, which is further advanced by the DFG-funded project Connected Open-Source Software (ConnOSS). ConnOSS started in September 2025 and focuses on developing a knowledge graph-based infrastructure to connect and enhance research software and its corresponding metadata. It is led by ZB MED jointly with GESIS – Leibniz Institute for the Social Sciences and the University of Oldenburg.

Software Management Plans

The SemTec team is also active in the field of software management plans (SMP), which extend standard data management plans to include software-specific requirements. Since 2025, the team has been a partner in the NFDI base project DMP4NFDI, working to integrate SMPs into the Research Data Management Organiser (RDMO). The SemTec team is also participating in a German-based effort  to investigate the awareness and use of SMPs.

AI models

A Schema.org extension for creating machine-readable representations of trained Machine Learning models.

As part of the NFDI4DataScience consortium, the SemTec team is building a registry for AI models: MLentory. MLentory is a comprehensive machine-learning (ML) model discovery platform, currently in pre-beta release. There researchers will find harmonised metadata about AI models so that they can compare models across platforms such as Hugging Face and AI4Life. Further platforms and functionalities are planned. The registry builds on the FAIR4ML metadata schema, a joint effort of the Research Data Alliance FAIR4ML Interest Group.

Der Programmbereich
BibLabs

Der Programmbereich BibLabs entwickelt bibliotheksnahe Prototypen und webbasierte Dienste für Forschungsartefakte wie Literatur, Daten und Software. Ziel ist es, diese für die Fachcommunity optimal zugänglich zu machen und innovative Lösungen für die Lebenswissenschaften zu schaffen. Der Bereich befindet sich im Aufbau und fokussiert sich auf die Einwerbung von Drittmitteln sowie die Entwicklung bereichsübergreifender IT- und KI-gestützter Anwendungen.

Projekte

01.06.2024 – 30.06.2027

DMP4NFDI

Datenmanagementpläne für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland

01.09.2025 – 31.08.2028

Neues Projekt: ConnOSS

Connected Open Source Software

01.01.2025 – 31.12.2027

Neues Projekt: DiscoRSE

Discoverability of Research Software Engineering Open Educational Resources

01.10.2021 – 30.09.2026

NFDI4DataScience

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Datenwissenschaften und Künstliche Intelligenz

ZB MED auf der CORDI

Vom 26. bis 28. August 2025 findet an der RWTH Aachen die zweite Ausgabe der Conference on Research Data Infrastructure – kurz CORDI – statt. ZB MED ist bei der Veranstaltung, bei der sich alles um eine bessere Nutzung von Forschungsdaten dreht, mit einer Vielzahl an Beiträgen vertreten: Talks, Marketplace, Poster oder interaktive Sessions und Workshops.

Neues Projekt: ConnOSS

Connected Open Source Software

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
ConnOSS zielt darauf ab, die Erstellung FAIR-konformer Metadaten für Forschungssoftware deutlich zu vereinfachen und zu automatisieren. Da bestehende Werkzeuge Metadatenelemente nur unvollständig abdecken und wenig konsistent sind, entwickelt das Projekt eine Infrastruktur, die Metadaten aus verschiedenen Quellen zusammenführt, harmonisiert und maschinenlesbar anreichert. Durch den Einsatz von Machine Learning werden Sichtbarkeit, Reproduzierbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungssoftware verbessert, während der manuelle Aufwand für Forschende reduziert wird.
Praxiserfahrungen

Praxiserfahrung sammeln bei ZB MED

Am 1. September begann Katharina Hoven ihr Praktikum bei ZB MED. Sie absolviert an der Technischen Hochschule Köln den Bachelor-Studiengang Bibliothek und digitale Kommunikation. Der Studiengang vermittelt passgenaue Kompetenzen, um in einer modernen Bibliotheks- und Informationslandschaft innovative Dienstleistungen kundenorientiert zu entwickeln. Praxisorientierung wird dabei groß geschrieben. Das fünfte Semester besteht aus einem 20-wöchigen Praxismodul in einer Bibliothek oder einer anderen Informationseinrichtung. In dieser Zeit bearbeiten die Studierenden eigenständig spezifische Projekte.

Katharina Hoven

Projekt: Erste Schritte zur nachhaltigen Sicherung optischer Speichermedien als Bestandteil digitaler Langzeitarchivierung

Zu Beginn meines Semesterpraktikums bei ZB MED hatte ich im Studium bislang noch keine direkten Berührungspunkte mit der digitalen Langzeitarchivierung. Das Themenfeld war für mich Neuland und erforderte eine intensive Einarbeitung in technische Abläufe, Begriffe und Konzepte der digitalen Bestandserhaltung. Gerade dieser Einstieg in ein mir zunächst unbekanntes Arbeitsgebiet machte das Praktikum jedoch besonders lehrreich. Von Anfang an wurde ich im Team sehr offen und freundlich aufgenommen, was mir den Start erleichtert und dazu beigetragen hat, dass ich mich im Arbeitsalltag gut aufgehoben gefühlt habe.

Als „Kind der 90er“ haben mich optische Speichermedien wie CDs und DVDs sofort angesprochen, da sie lange Zeit selbstverständlicher Teil des Alltags waren und heute zunehmend in Vergessenheit geraten. Das Projekt, das sich mit der Sicherung und Überführung der Inhalte dieser Datenträger in nachhaltige digitale Formate beschäftigt, erschien mir daher sowohl fachlich als auch persönlich besonders interessant. Im Fokus stand dabei zunächst nicht die praktische Umsetzung, sondern die Entwicklung eines Konzepts, das als Grundlage für spätere Arbeitsschritte dienen soll.

Im Rahmen der Konzepterstellung des Projekts arbeitete ich an der Schnittstelle unterschiedlicher Disziplinen. Neben praktischen Tätigkeiten wie der Bestandsanalyse, dem Auslesen der Datenträger und der Erstellung von ISO-Images spielten auch rechtliche Fragestellungen, informatische Prozesse sowie Aspekte der Dokumentation und späteren Bereitstellung der Daten eine wichtige Rolle. Gerade diese Vielfalt hat mir gezeigt, wie interdisziplinär digitale Langzeitarchivierung angelegt ist und wie eng technische, organisatorische und bibliothekarische Anforderungen miteinander verknüpft sind.

Das Praktikum hat mir zugleich die zentrale Bedeutung der digitalen Langzeitarchivierung für die Wissenschaft vor Augen geführt. Gut durchdachte Konzepte sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass digitale Inhalte langfristig erhalten, nachvollziehbar genutzt und später auch zuverlässig bereitgestellt werden können. Persönlich empfinde ich das Projekt als sehr wertvolle Ergänzung zu meinem Studium, da es greifbar macht, wie theoretische Konzepte aus dem Studiengang in realen Projekten umgesetzt werden und welchen Beitrag bibliothekarische Arbeit zur digitalen Nachhaltigkeit und zur Sicherung wissenschaftlicher Informationen leistet.

Kolloquien

Forschung vorstellen und diskutieren

Forschungskolloquien geben Forschenden von ZB MED oder auch aus anderen nationalen und internationalen Instituten die Möglichkeit, ihre Forschung vorzustellen und zu diskutieren. Einige dieser Vorträge werden aufgezeichnet und auf dem ZB MED-YouTube-Kanal veröffentlicht.
30.01.2025
Systematically Examining Reproducibility: A Case Study for High Throughput Sequencing

Rechengestützte Reproduzierbarkeit ist ein Schlüsselfaktor in der biomedizinischen Forschung – insbesondere in kritischen Bereichen wie der menschlichen Gesundheit. Was diese Reproduzierbarkeit beeinträchtigen kann, ist die Tatsache, dass sich die einzelnen Komponenten, aus denen sich Forschungsobjekte zusammensetzen, im Laufe der Zeit verändern können. In diesem Vortrag wird das PRIMAD-Modell vorgestellt, das einen konzeptionellen Rahmen zur Beschreibung von Computerexperimenten bildet, Reproduzierbarkeit zu erreichen.

20.03.2025
VIVO – An Ontology-Based Research Information System

VIVO ist ein ontologiebasiertes Forschungsinformationssystem. Es erstellt eine vernetzte, integrierte Darstellung der wissenschaftlichen Leistungen einer Institution, die für Berichte, Visualisierungen und Analysen genutzt werden kann. Außerdem unterstützt VIVO die Erstellung webbasierter Forschungsprofile für Einzelpersonen, Projekte, Organisationen und Veranstaltungen.

11.09.2025
Language Models and Symbolic Al

Sprachmodelle gibt es schon seit langem. Sie bilden eine grundlegende Komponente verschiedener Systeme zur Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP). Die Fortschritte in dem Bereich in den letzten Jahren sind riesig. Trotzdem stehen sie nach wie vor vor Herausforderungen in Bezug auf Schlussfolgerungen, dynamischen Wissenszugriff und Interpretierbarkeit. Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuelle Forschung auf diesem Gebiet.

Dr. Katharina Markus, Leiterin Digitalte Langzeitarchivierung von ZB MED

Dr. Katharina Markus gestaltet europäische Datenstrategien mit

Dr. Katharina Markus gestaltet europäische Datenstrategien mit. Die Leiterin der Digitalen Langzeitarchivierung von ZB MED wurde für einen europäischen Workshop zur Datenkuratierung und Langzeitarchivierung ausgewählt. Ziel ist es, gemeinsame Standards, Strategien und ein Netzwerk für nachhaltige Forschungsdaten in Europa zu entwickeln.
Smartphone mit LIVIVO-Suchergebnis auf dem Bildschirm

LIVIVO integriert Preprints in die Recherche

Das ZB MED-Suchportal LIVIVO integriert Preprints in die Recherche und reagiert damit auf die wachsende Bedeutung von Preprints in der Forschung.

Neues Projekt: Dissify

Zugänglichkeit, Digitalisierung und Analyse historischer europäischer Dissertationen

Prof. Dr. Nils Hansson (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Hannah Ruschemeier (Universität Osnabrück)
Viele historische medizinische Dissertationen sind trotz ihres wissenschaftlichen Werts bislang nur eingeschränkt zugänglich. Ein interdisziplinäres Pilotprojekt widmet sich daher der Digitalisierung, rechtlichen Bewertung und inhaltlichen Erschließung medizinischer Dissertationen aus dem ostsee-europäischen Raum zwischen 1880 und 1950. Ziel ist es, die Arbeiten rechtssicher bereitzustellen, Metadaten – insbesondere zu Urheberrechten – anzureichern und neue Forschungspotenziale zu erschließen. Die Ergebnisse sollen Leitlinien liefern und den Grundstein für eine europäische Dissertationsplattform legen.
MAK Collection

70 Jahre MAK Collection

Die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe – kurz MAK-Kommission – der Deutschen Forschungsgemeinschaft feiert ihr 70-jähriges Bestehen.
01.10.2025
PUBLISSO-Team in Berlin

Im Futurium in Berlin findet ein Tag der offenen Wissenschaft statt. Das Redaktionsteam der MAK Collection aus dem PUBLISSO-Team von ZB MED wird dabei im Rahmen der Posterpräsentation PUBLISSO PUBLISHING mit der MAK Collection vorstellen.

01.07.2025
MAK- und BAT-Werte-Liste erschienen

Die Liste mit wissenschaftlichen Empfehlungen zur Risikobewertung von am Arbeitsplatz verwendeten Stoffen erscheint im Open Access bei PUBLISSO.

Aber: Was ist eigentlich die MAK Collection?

Das Kurzvideo erklärt, was hinter der Abkürzung steht und wozu die Werteliste da ist.

Publizieren

Herausforderungen und Entwicklungen im wissenschaftlichen Publizieren

Vordergrund: Dr. Jasmin Schmitz (stellv. Leiterin des Programmbereichs Open Science und Leiterung der Abteilung Publikationsberatung) hält einen Vortrag, Hintergrund: Leinwand mit Präsentation
Dr. Jasmin Schmitz ist stellv. Leiterin des Programmbereichs Open Science und leitet die Abteilung Publikationsberatung.

Die Publikationsberatung im Programmbereich Open Science hilft bei allen Fragen rund um das wissenschaftliche Publizieren im Sinne von Open Science. Neben Fragen zu Publikationsprozessen umfasst die Beratung auch Themen wie wissenschaftliche Reputationsbildung, gute wissenschaftliche Praxis oder rechtliche Aspekte. 2025 standen unter anderem die Herausforderungen für das wissenschaftliche Publikationswesen durch die Zunahme von unseriösen Publikationsangeboten, aber auch durch die Nutzung von generativer KI beim wissenschaftlichen Publizieren im Fokus.

Publikationsberatung: Unseriöse Publikationsangebote und der Einsatz von generativer KI

Unredliches Publizieren besteht längst nicht mehr nur aus „Predatory Journals“. Stattdessen hat sich ein Geflecht von verschiedenen – teils aufeinander abgestimmter – Praktiken etabliert. Gleichzeitig eröffnet insbesondere generative KI völlig neue Manipulationsmöglichkeiten für Akteur:innen, die wissenschaftliche Kommunikationskanäle systematisch ausnutzen. Das führt dazu, dass sich unredliche Praktiken weiter ausbreiten und oft schwer zu erkennen sind.

Chancen und Regeln im Umgang mit generativer KI

Generative KI-Tools wie ChatGPT oder Mistral bieten wissenschaftlichen Autor:innen zweifelsohne gute Unterstützungsmöglichkeiten mit Blick auf das Schreiben und die Begutachtung von Publikationen. Damit dabei die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis gewahrt bleiben, kristallisieren sich mittlerweile einige „Spielregeln“ mit Blick auf die Nutzung von entsprechenden Tools heraus.

Wichtigster Punkt hierbei ist, dass durch KI-Tools generierte Texte und Abbildungen nicht ungeprüft und ohne Korrektur Eingang in den eigenen Text finden sollten. Dies gilt insbesondere auch für Literaturquellen. Sollten diese mit einem KI-Tool recherchiert worden sein, muss unbedingt verifiziert werden, ob die Quelle tatsächlich existiert.

Missbrauch und Manipulation

Die breite und teils kostenfreie Verfügbarkeit entsprechender Tools ruft auch Anbieter von unseriösen Publikationsangeboten oder solche Akteure, die diese Tools missbräuchlich nutzen, auf den Plan: Paper Mills, die wissenschaftliche Artikel oder Autor:innenpositionen zum Kauf anbieten, nutzen mutmaßlich ebenfalls generative KI-Tools, um entsprechende Artikel „auf Masse“ zu produzieren. Die dort entstehenden wissenschaftlichen Ergebnisse sind eher wertlos oder plagiieren bereits veröffentlichte Forschungsliteratur.

Um eine Publikation sicherzustellen, werden außerdem massenhaft Publikations- und Begutachtungsprozesse manipuliert und ganze Zeitschriften(ausgaben) unterwandert.

Folgen und zukünftige Entwicklungen

Sind diese Aktivitäten erfolgreich und kommt es zur Publikation, dann wird der „scientific record“ durch die substanzlosen Publikationen regelrecht „zugemüllt“, was das Identifizieren von Evidenz deutlich erschwert. Nach Entdeckung von Unterwanderungsfällen ziehen die Verlage und Zeitschriften zwar die entsprechenden Publikationen zurück, müssen aber für diese Identifikations- und Aufräumarbeiten einen enormen Aufwand betreiben – und wiederum KI-Tools entwickeln und einsetzen. Bis zur Publikation der Retractions sind Autor:innen beim Rezipieren von wissenschaftlichen Ergebnissen allerdings auf sich alleine gestellt und müssen über die Legitimität selbst entscheiden.

Auch Predatory Journals nutzen zunehmend generative KI-Tools, um den betrügerischen Zeitschriften einen professionelleren Anstrich zu verleihen. So werden zum Beispiel massenhaft Artikel erstellt, um eine Publikationshistorie vorzutäuschen. Auch beim Journal Hijacking dürften entsprechende Tools eine Rolle spielen, um dem betrügerischen Zeitschriftenpendant einen glaubwürdigen Internetauftritt zu verpassen und Manuskripteinreichungen umzuleiten.

Aktuell zeichnet sich eine dynamische Weiterentwicklung der Themen ab. Anbieter von unseriösen Publikationsangeboten ersinnen immer weitere Möglichkeiten, um Zeitschriftenbetreibende und Autor:innen zu täuschen. Der Themenkomplex wird die Publikationsberatung somit wohl auch in 2026 noch beschäftigen.

 

Informationen und Beratung zum Publizieren

Neben persönlicher Beratung und Vorträgen oder Workshops auf Veranstaltungen stellt ZB MED im Blog und den FAQs zum wissenschaftlichen Arbeiten vertiefende Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen bereit: 

Weiterentwicklungen im Open-Access-Publikationsprozess

Der Gebrauch von KI wirkt sich auch auf den wissenschaftlichen Publikationsprozess als solchen aus, von dem vermehrt auch institutionelle Plattformen betroffen sind. Eine erste Annäherung, welche KI-Tools Autor:innen im Rahmen der guten wissenschaftlichen Praxis anwenden können und welche Maßnahmen Verlage ergreifen sollten, um die Nutzung von KI transparent zu gestalten, finden sich z.B. in der Publikation:

GMS Keyvisual Pusteblume auf blauem Hintergrund, Titel: Wissenschaftliches Schreiben mit KI und ChatGPT? Untertitel: Wohin geht die Reise?

Seit einigen Jahren wird Diamond Open Access als Alternative zum publikationsgebührenfinanzierten Open Access diskutiert und von verschiedenen Stakeholdern im wissenschaftlichen Publikationswesen und der Wissenschaftspolitik aufgegriffen, beispielsweise von der DFG oder dem Wissenschaftsrat. Hauptziel ist es, die Kosten für den Publikationsprozess transparenter zu machen und die Publikationsorgane wieder stärker in die Hände der wissenschaftlichen Communitys zu legen. Auch beim sogenannten Scholar-led Publishing, einem Publikationsmodell, bei dem Forschende den gesamten Publikationsprozess übernehmen, steht dieses Anliegen im Fokus. Die Unterstützung der Bewegung seitens ZB MED lässt sich beispielhaft am Aufbau des Publikationsportals German Medical Science (GMS) nachvollziehen:

PUBLISSO: Teil des „neuen“ Diamond-Open-Access-Publikationsmodells

ZB MED ist zudem an der Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA) beteiligt, die im Mai 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat. Das ZB MED-Team arbeitet an unterschiedlichen Arbeitspaketen mit. Unter anderem stellt ZB MED seine PUBLISSO-Publikationsplattform für „Living Handbooks“ zur Verfügung.

Diese Plattform wird ständig weiterentwickelt. So erfolgte beispielsweise 2025 die Erweiterung  um Glossar-Funktionalitäten, um die Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) künftig veröffentlichen zu können. Ziel ist es, deren Auffindbarkeit, Referenzierbarkeit, Vernetzung und Aktualisierung sicherzustellen. Der Online-Gang der Leitbegriffe ist 2026 anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des BIÖGs geplant.

Der Programmbereich
Open Science

Der Programmbereich Open Science entwickelt und betreibt zentrale Dienste für offenes wissenschaftliches Arbeiten in den Lebenswissenschaften, darunter Open-Access-Publikationsplattformen, Forschungsdatenmanagement und Langzeitarchivierung. Er stärkt insbesondere Diamond Open Access und baut die Nutzung nachhaltiger Publikations- und Dateninfrastrukturen weiter aus. Flankierend bietet der Bereich Beratung und Trainings an, etwa zu wissenschaftlichem Publizieren, Qualitätssicherung und dem Einsatz generativer KI.

Projekte

Drittelmittelprojekte und Dienstleistung MAK Collection

15.11.2023 – 14.11.2026

DIM.RUHR

Datenkompetenzzentrum für die interprofessionelle Gesundheitsdatennutzung in der Metropole Ruhr

01.06.2024 – 30.06.2027

DMP4NFDI

Datenmanagementpläne für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland

01.04.2023 – 31.03.2028

FAIRagro

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für die Agrosystemforschung

01.07.2019 – 30.06.2027

MAK Collection

The MAK Collection for Occupational Health and Safety

01.01.2025 – 30.04.2026

Neues Projekt: BIÖG-Leitbegriffe

Veröffentlichung der Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention als Living Handbook auf PUBLISSO

01.02.2025 – 31.01.2026

Neues Projekt: RDMTraining4NFDI

Training im Forschungsdatenmanagment für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland

01.05.2025 – 30.04.2028

Neues Projekt: SeDOA

Servicestelle Diamond Open Access

01.08.2025 – 31.07.2027

Neues Projekt: WAU

Wissensextraktion, -aufbereitung und -management der AG Universitätsverlage

01.10.2020 – 31.12.2028

NFDI4Health

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für personenbezogene Gesundheitsdaten

01.10.2021 – 30.09.2026

NFDI4Microbiota

Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Mikrobiota-Forschung
Gruppenbild der Teilnehmenden am Vernetzungstreffen Wikimedians in Libraries, Köln
Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Wikimedians in Bibliotheken

Das erste bundesweite Vernetzungstreffen der Wikimedians in Bibliotheken fand in Köln statt, organisiert vom ZB MED-Team. Es gab Zeit zum Erfahrungsaustausch über die Möglichkeiten, aber auch die Probleme beim Einsatz von Wikimedia-Plattformen und Anwendungen im Arbeitskontext.
Vom Praktikum in die Praxis

Gebloggt: Vom Praktikum in die Praxis

In den vergangenen Jahren haben immer wieder Studierende ihre Praxissemester bei ZB MED absolviert – und sind teils immer noch in den jeweiligen Bereichen tätig. Zwei von ihnen berichten in Blogbeiträgen über den Fortgang ihrer Projekte.
31.07.2025
Projekt Informationsbudget

Jannik Fischer berichtet über sein Praxisprojekt zum Informationsbudget aus dem Jahr 2024. Im Blogbeitrag beantwortet er die Frage, wie viel es kostest, Wissenschaft offen zugänglich zu machen.

Bildrechte: ZB MED / Eric Lichtenscheidt
27.11.2025
Projekt Bestandserhaltung

Annika Droste hat seit ihrem Praktikum im Jahr 2023 daran mitgearbeitet, ein Drittmittelprojekt zur Bestandserhaltung einzuwerben.

Bildrechte: ZB MED / Eric Lichtenscheidt

Tutorial: Terminology Services für die NFDI

Ein neues Tutorial über die Terminology Services für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur geht online. Das Video zeigt, wie Terminologien mühelos in Forschungsservices integriert werden können. TS4NFDI – die Kurzform für die Terminology Services – ist ein Basisdienst der Nationalen Forschungs­daten­infra­struktur. Alle Komponenten sind frei und Open Source verfügbar.

Be soft, don’t let the world make you hate.​

11 Fragen und ein paar Zusatzfragen an Rabea Müller

Be soft, don’t let the world make you hate.​

11 Fragen und ein paar Zusatzfragen an Rabea Müller

Rabea Müller ist seit 2025 Vorsitzende des Personalrats von ZB MED. Sie leitet den Bereich Data Science and Data Literacy Training.
1
Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mit dem SUP auf dem See sein oder mit meiner Katze faul auf der Couch liegen und zocken. 

2
Welche Gabe würden Sie gern besitzen?

Teleportation.

3
Der mutigste Moment in Ihrem Leben?

Den großen mutigen Moment gab es nicht. Ich bin ganz oft alltagsmutig.

4
Das Schönste in Ihrem Arbeitsalltag?

Die Menschen, von denen ich umgeben bin. Die mich motivieren, inspirieren, von denen ich lerne und die mich zum Lachen bringen.

5
Forschung und Bibliothek sind für mich...

auf dem Weg, offener zu werden – und ich arbeite gerne daran mit.

6
Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Platz tauschen?

Mit einer meiner Lieblingsschauspielerinnen wäre sicher interessant. Vielleicht Kate Winslet, Cate Blanchett oder Julianne Moore.

7
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Alle, aus denen man etwas lernt. Fehler gehören zum Prozess – vor allem, wenn man sie teilt, statt sie zu verstecken.

8
Ihre Lieblingsheldin in der Wirklichkeit?

Meine Schwester

9
 Ihr/e Lieblingsmusiker:in?

Adele

10
Ihr Lieblingsbuch?

Into the Wild und Still Alice

11
Ihr Lieblingsfilm?

Ich habe um die 20 Lieblingsfilme und kann mich unmöglich auf einen festlegen. Um einige davon zu nennen: Portrait of a Lady on Fire, Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Carol, Titanic, My Summer of Love, The World To Come, Der Vorleser, 127 Hours, Still Alice, 10 Dinge die ich an dir hasse, Prinzessin Mononoke

12
Ihr Lieblingsspiel?

Auch hier schwierig, mich festzulegen. Einige All Time Favourites sind Last of Us, Elden Ring, Dark Souls 3, die Gothic Reihe und Life is Strange.

13
Was schätzen Sie bei Ihren Freund:innen, Mitarbeiter:innen oder Kolleg:innen am meisten?

Authentizität und Verlässlichkeit, Offenheit und Empathie.

14
Ihre Lieblingspflanze? 

Riesige Trauerweiden.

15
Ihr Lieblingstier? 

Natürlich meine Katze, dicht gefolgt von Ottern.

Strategie 2030

Mit Tiefgang und Tempo - ZB MED setzt strategische Leitplanken für die Zukunft

Wir haben eine neue Strategie bis 2030 entwickelt: kurz, prägnant und in Rekordzeit 

Alle fünf Jahre stellen wir bei ZB MED eine neue Strategie auf. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Die Veränderungen und neuen Anforderungen an ein informations- und forschungsbasiertes Informationszentrum für die Lebenswissenschaften sind einfach virulent. Auf disruptive technische Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz, globale Krisen und gesellschaftlichen Wandel müssen wir reagieren.

In der Vergangenheit haben wir verschiedene Wege zur Strategiefindung ausprobiert: von top down im stillen Kämmerlein der Leitung bis zu bottom up mit intensiver Beteiligung der Belegschaft. Vermutlich ist es nicht verwunderlich, dass bei der top-down-Entwicklung die Belegschaft die Strategie eher nicht akzeptiert hat und sich bei bottom up fragte, warum die Strategieentwicklung ihre Aufgabe sei. Der letzte Strategieprozess wurde von der gesamten Führungsschicht entwickelt und erwies sich als gangbarer aber recht mühsamer Weg. So fragte sich die Leitung jetzt: Geht das auch einfacher, kürzer und dennoch gründlich unter Berücksichtigung aller wichtigen Analyseschritte und Einbeziehung der Mitarbeitenden?

Skizze zum Projekt Strategieerstellung von ZB MED

Strukturierter Prozess mit externer Analyse

Um den Strategieprozess intern zu steuern, wurden drei Personen aus verschiedenen Querschnittsbereichen mit der Koordinierung und Planung beauftragt. Die Erwartung der Leitung an diese Gruppe war es, das Vorgehen konkret zu planen, zu entscheiden, welche Schritte selbst durchgeführt werden konnten und wo externe Unterstützung hinzugezogen werden sollte. Schnell stand fest, dass sowohl die Umfeld- als auch die interne Analyse vom Team durchgeführt werden konnten und danach  eine Agentur zur gezielten Begleitung bei der Strategiefindung beauftragt wird.

Um die interne Situation zu betrachten, wurden zum einen alle Projekte unter die Lupe genommen.  Zum anderen führte das Team diverse Interviews mit Produktverantwortlichen, um deren Perspektiven zu berücksichtigen. Für die Umfeldanalyse fanden technologische Trends, wissenschaftliche und politische Entwicklungen Berücksichtigung.

Bei der Auswahl der Agentur stand die Frage im Raum, welche Expertise von besonderer Bedeutung ist: fundierte Kenntnisse in Strategieprozessen, gute Einblicke in die Forschungswelt oder tiefes Wissen über die Belange von wissenschaftlichen Bibliotheken? Die Entscheidung für Effective Webwork fiel vor allem deshalb, weil das Führungsduo dieser Agentur aus Anne Christensen und Professor Dr. Matthias Fink bestand. Hier kamen auf kongeniale Weise profundes bibliothekarisches Fachwissen und die Forschungsperspektive zusammen. Um es gleich vorweg zu sagen: Die deutliche und dennoch herzliche Art, einen kompletten Perspektivwechsel einzugehen und uns schonungslos mit unangenehmen und angenehmen Wahrheiten zu konfrontieren, war ein elementarer Schlüsselfaktor für den Prozess.

Verdichtung in Workshops mit Führungskräften

Zum Einstieg erhielt die Agentur alle Analyseergebnisse. In der weiteren Zusammenarbeit standen verschiedene Diskussionsrunden zur neuen Strategie und drei Workshops mit Führungskräften im Fokus der Agentur. Rückblickend war der zweite Strategieworkshop, der in Unkel stattfand, der Game Changer. Am Ende des Lunch-to-Lunch-Meetings war die Strategie fast fertig. Zum Einstieg hielt jeder Bereich eine Laudatio für die anderen Teams. So wurde der Blick auf die Potentiale und nicht auf potentielle Defizite gerichtet. Die Agentur lieferte als Diskussionsgrundlage teils kontroverse Statements. Die Führungskräfte setzten sich im intensiven Austausch an Flipcharts mit  den strategischen Aspekten auseinander.  Später wurde in der großen Runde hitzig weiter diskutiert, bis das erste Ergebnis feststand: der Markenkern von ZB MED, mit dem sich alle identifizieren:

ZB MED ist Garant für gesicherte, valide und nachhaltig zugängliche lebenswissenschaftliche Informationen.

Die lange Tradition von ZB MED als Zentrale Fachbibliothek für Medizin und seit über 20 Jahren auch für die lebenswissenschaftlichen Fächer Ernährung, Umwelt und Agrar bildet den Nukleus. Der Einsatz für den verlässlichen Zugang zu qualitätsgesicherten Informationen war und ist ein zentrales Selbstverständnis von ZB MED.  Was lange Zeit selbstverständlich und simpel klang, ist in Zeiten von Informationsflut und wachsenden Herausforderungen für die Glaubwürdigkeit ein echter Kampf um Qualität und Sicherung der Forschungsinformationen geworden – nicht zuletzt sichtbar im Engagement von ZB MED im Projekt Open Life Science Publications Database (OLSPub).

Passend zum Markenkern und der Vision wurden folgende Mission Statements entwickelt:     

1.Safer Data: Wir gewährleisten dauerhaft verfügbare Informationen für die Lebenswissenschaften.

2.  Valide Information: Wir machen Forschung transparent und betreiben selbst Forschung, um zuverlässige Informationen von anderen zu unterscheiden.

3.  Einfacher Zugang: Wir erleichtern den Zugang zu lebenswissenschaftlichen Fachinformationen – für exzellente Forschung, Lehre und Praxis.

4.  Nachhaltige Forschungsunterstützung: Wir setzen uns für zukünftige Generationen ein, indem wir Infrastrukturen für offene und FAIRe Daten betreiben und darauf abgestimmte Kompetenzen vermitteln.

Finalisierung und Rollout

Die Arbeit nach dem Workshop in Unkel bestand vor allem in redaktioneller Feinarbeit und der Abstimmung mit den Gremien. Natürlich war es elementar, dass der Wissenschaftliche Beirat die strategische Neuausrichtung mitträgt. Ebenso wichtig ist es, die gesamte Belegschaft mit den Ergebnissen vertraut zu machen. Nur eine Strategie, die von möglichst allen getragen und verstanden wird, kann wirken. Denn das Erfolgsgeheimnis von ZB MED in all den Turbulenzen der letzten Jahre war und ist die hohe Motivation der Belegschaft.

Das Rollout ins Haus erfolgte über ein World Café. An verschiedenen Tischen wurden – wieder organisiert von der kleinen feinen Strategiegruppe – die vier Mission Statements und deren Umsetzung diskutiert.

Ergebnis und Ausblick

Die Strategie liegt vor und ist so kurz und prägnant wie nie: Auf nur vier Seiten werden die strategischen Stützpfeiler klar und verständlich formuliert. Das Ergebnis zeigt, dass ein strukturierter, effizienter und zugleich fundierter Strategieprozess möglich ist. Hand aufs Herz: Ohne die Außenperspektive und die lösungsorientierte und dennoch humorvolle Moderation durch Anne Christensen und Matthias Fink hätten wir das nie erreicht. Mit der Strategie ist die Grundlage gelegt. Nun beginnt die Umsetzung. Herausfordernd bleibt dies allemal – doch genau darin liegt die Stärke von ZB MED. Angetrieben wird unser Handeln von einer klaren Vision:

 „Um Herausforderungen für eine gesündere Gesellschaft zu meistern, erhalten Nutzende in der lebenswissenschaftlichen Forschung und Praxis umfassend und weltweit Daten, Informationen und Wissen.“

Im Video erläutert das Führungsteam die Strategie und was sie für die Arbeit von ZB MED bedeutet:

ZB MED in Zahlen

(Virtueller) Bestand
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Zuwachs 2025
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Zugriffe auf die Digitalen Sammlungen
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Zugriffe auf Publikationen der
OA-Plattformen von ZB MED
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an LIVIVO
0
Zugriffe auf PUBLISSO-
Informationsseiten
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Anfragen auf ZB MED-Website, Blog & DARUM
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Zugriffe auf die Digitalen Sammlungen
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Zugriffe auf Publikationen der OA-Plattformen von ZB MED
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Suchanfragen an LIVIVO
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Zugriffe auf PUBLISSO-Informationsseiten
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Anfragen auf ZB MED-Website, Blog & DARUM
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Beratungen im InfoCenter
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PUBLISSO-Beratungen
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Akademische und
politische Beratungen
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Betreute Dissertationen, Bachelor- und Masterarbeiten
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Semester­wochenstunden
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Bibliotheks­einführungen
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Veranstaltungen
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Fachvorträge
Pro Jahr verwendetes Mittelvolumen*:
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2025
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2021
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2023
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*ohne Erträge aus Gebühren und Volltextversorgung

Drittmittelprojekte
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Kernetat

Mio. EURO
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Mio. EURO*
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Einnahmen von Dritten

*ohne Erträge aus Gebühren und Volltextversorgung

0
Mitarbeiter:innen
(davon
1 Auszubildende)
Organisation

Gründungsjahr der Vorgängereinrichtungen: 1847 und 1908
Gründungsjahr als Einrichtung des Landes NRW: 1973
Gründung als Stiftung des öffentlichen Rechts: 2014

Zuständiges Ressort:
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Leitung

Wissenschaftlicher Direktor: Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann
Stellvertretende wissenschaftliche Direktorin (komm.): Prof. Dr. Juliane Fluck
Kaufmännische Geschäftsführerin: Franziska Fischer

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Texte:
Dr. Miriam Albers, Prof. Dr. Ursula Arning, Dr. Leyla Jael Castro, Franziska Fischer, Prof. Dr. Juliane Fluck, Prof. Dr. Konrad Förstner, Katharina Hoven, Dr. Klaus Lippert, Rabea Müller, Ulrike Ostrzinski, Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, Elke Roesner, Albert Sawatzky, Dr. Jasmin Schmitz, Alexandra Streck

Redaktion:
Ulrike Ostrzinski, Elke Roesner, Alexandra Streck

Gestaltung und Programmierung:
ZQUAD – Full-Service-Agentur | https://zquad.de/

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