Praxiserfahrung sammeln bei ZB MED
Am 1. September begann Katharina Hoven ihr Praktikum bei ZB MED. Sie absolviert an der Technischen Hochschule Köln den Bachelor-Studiengang Bibliothek und digitale Kommunikation. Der Studiengang vermittelt passgenaue Kompetenzen, um in einer modernen Bibliotheks- und Informationslandschaft innovative Dienstleistungen kundenorientiert zu entwickeln. Praxisorientierung wird dabei groß geschrieben. Das fünfte Semester besteht aus einem 20-wöchigen Praxismodul in einer Bibliothek oder einer anderen Informationseinrichtung. In dieser Zeit bearbeiten die Studierenden eigenständig spezifische Projekte.
Katharina Hoven
Projekt: Erste Schritte zur nachhaltigen Sicherung optischer Speichermedien als Bestandteil digitaler Langzeitarchivierung
Zu Beginn meines Semesterpraktikums bei ZB MED hatte ich im Studium bislang noch keine direkten Berührungspunkte mit der digitalen Langzeitarchivierung. Das Themenfeld war für mich Neuland und erforderte eine intensive Einarbeitung in technische Abläufe, Begriffe und Konzepte der digitalen Bestandserhaltung. Gerade dieser Einstieg in ein mir zunächst unbekanntes Arbeitsgebiet machte das Praktikum jedoch besonders lehrreich. Von Anfang an wurde ich im Team sehr offen und freundlich aufgenommen, was mir den Start erleichtert und dazu beigetragen hat, dass ich mich im Arbeitsalltag gut aufgehoben gefühlt habe.
Als „Kind der 90er“ haben mich optische Speichermedien wie CDs und DVDs sofort angesprochen, da sie lange Zeit selbstverständlicher Teil des Alltags waren und heute zunehmend in Vergessenheit geraten. Das Projekt, das sich mit der Sicherung und Überführung der Inhalte dieser Datenträger in nachhaltige digitale Formate beschäftigt, erschien mir daher sowohl fachlich als auch persönlich besonders interessant. Im Fokus stand dabei zunächst nicht die praktische Umsetzung, sondern die Entwicklung eines Konzepts, das als Grundlage für spätere Arbeitsschritte dienen soll.
Im Rahmen der Konzepterstellung des Projekts arbeitete ich an der Schnittstelle unterschiedlicher Disziplinen. Neben praktischen Tätigkeiten wie der Bestandsanalyse, dem Auslesen der Datenträger und der Erstellung von ISO-Images spielten auch rechtliche Fragestellungen, informatische Prozesse sowie Aspekte der Dokumentation und späteren Bereitstellung der Daten eine wichtige Rolle. Gerade diese Vielfalt hat mir gezeigt, wie interdisziplinär digitale Langzeitarchivierung angelegt ist und wie eng technische, organisatorische und bibliothekarische Anforderungen miteinander verknüpft sind.
Das Praktikum hat mir zugleich die zentrale Bedeutung der digitalen Langzeitarchivierung für die Wissenschaft vor Augen geführt. Gut durchdachte Konzepte sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass digitale Inhalte langfristig erhalten, nachvollziehbar genutzt und später auch zuverlässig bereitgestellt werden können. Persönlich empfinde ich das Projekt als sehr wertvolle Ergänzung zu meinem Studium, da es greifbar macht, wie theoretische Konzepte aus dem Studiengang in realen Projekten umgesetzt werden und welchen Beitrag bibliothekarische Arbeit zur digitalen Nachhaltigkeit und zur Sicherung wissenschaftlicher Informationen leistet.